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Krankheit als Weg

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MS mit 23 und heute symptomfrei: Wie mich meine Krankheit stark gemacht hat!

Jasmin führte ein ganz normales Leben, bis sie mit 23 Jahren die Diagnose Multiple Sklerose bekam. Statt ihr Hoffnung zu machen, prognostizierten die Ärzte, dass sie früher oder später im Rollstuhl landen würde. Warum sie heute symptomfrei, das erzählt sie euch im Interview.

Jasmin kommt aus Österreich und lebt im Burgenland. Heute, mit 39 Jahren, kann sie von sich behaupten, ein glückliches Leben zu führen. Sie ist aus vollem Herzen Wellness- und Pilatestrainerin sowie kinesiologische Beraterin. Sie hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, Menschen auf ihrem eigenen Heilungsweg zu helfen. Bisher wussten ihre Klienten nicht, was sie gesundheitlich vor Jahren erleben musste und überwunden hat. Bestärkt durch das Gefühl, die Menschen tiefer ansprechen zu können, wenn sie über ihre eigenen Erfahrungen spricht, hat sie sich dafür entschieden, mit einem Interview an die Öffentlichkeit zu gehen.

Jasmin, deine Krankheit hat dich heute zu einem neuen, stärkeren Menschen gemacht. Doch wie sah dein Leben vor deiner Diagnose aus?
Bis zu meiner Diagnose ging ich einem ganz normalen Leben nach. 12 Jahre lang arbeitete ich in Wien, erst im Verkauf und dann im Büro. Die Büroarbeit hat mich nicht glücklich gemacht.
In dieser Zeit bin ich dann leider auch krank geworden.jasmin

Wie hast du gemerkt, dass etwas mit dir nicht stimmt? Was sind die ersten Anzeichen der MS gewesen?
In den letzten zwei Jahren vor der Diagnose habe ich mich ständig nicht gut gefühlt. Ich lief zu meinem Hausarzt und der schickte mich weiter von Arzt zu Arzt. Keiner konnte heraus finden, was ich hatte. Am Ende kamen alle zu dem Schluss, dass mein Unwohlsein einfach psychisch bedingt sei.

Das ist nicht gerade eine zufriedenstellende Diagnose!
Nein, im Gegenteil! Aber ich habe innerlich gewusst, dass es nicht nur rein psychisch sein kann und etwas dahinter stecken musste. Weil niemand auf meine Symptome eingehen konnte, bin ich im Jahr 2000 noch stärker erkrankt. Die Symptome äußerten sich in Form von Sehstörungen, Schwindelattacken und Taubheitsgefühlen im Gesicht und auf der Zunge.

Die Symptome klingen sehr ernst. Was hast du dann unternommen?
Mir blieb ja nichts anderes übrig als wieder zu den Ärzten zu gehen. Erst sprach ich bei meiner Augenärztin vor. Sie stellte die Vermutung auf, dass eventuell etwas mit meinem Gehirn nicht richtig funktionierte. Sie riet mir, einen MRT machen zu lassen. Im MRT hat man sehr viele Läsionen (geschädigtes, entzündetes Gewebe) in meinem Gehirn festgestellt. Mit diesem Befund schickten mich die Ärzte in das Wiener Allgemeine Krankenhaus. Sie haben mich sofort dort behalten.

Sie haben dich wegen der Entzündungsherde im Gehirn im Krankenhaus behalten, aber wussten die Ärzte denn diesmal, wie sie dich behandeln sollen?
Nein. In dieser Zeit nahm die Odyssee erst so richtig Fahrt auf. Ich wurde dort sechs lange Wochen stationär behandelt. Ich ließ mehrere Tests und Therapien über mich ergehen. Ich habe mich gefühlt wie ein Versuchsobjekt und bekam die typische Therapie bei Verdacht auf Multiple Sklerose (MS): Cortison.  Gleich schon in den ersten Tagen, intravenös. Fünf Flaschen in fünf Tagen.

Fünf Flaschen Cortison in fünf Tagen. Das ist viel. Wie hast du auf die Therapie reagiert?
Die Symptome sind dadurch verschwunden, aber diese Therapie habe ich überhaupt nicht vertragen, im Gegenteil, sie hat mich fast umgebracht. Ich wurde mit „Astronautenkost“ wieder ins Leben zurückgeholt, die Ärzte haben wirklich um mich gekämpft.

Dein Leben stand auf der Kippe. Welche Nebenwirkungen sind während der Cortison-Therapie bei MS aufgetreten?
Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen. Ich konnte nicht einmal ein Glas Wasser trinken. Das ist alles sofort  wieder hochgekommen. Woher die Nebenwirkungen kamen, konnte mir keiner sagen. Als wäre das noch nicht genug, erlitt ich noch im Krankenhaus einen Schlaganfall, eine Blutung im Gehirn und war halbseitig gelähmt. Und weil die Ärzte die halbseitige Lähmung auf die MS schoben, fingen sie erneut an, mich mit Cortison zu behandeln. Diesmal mit der schnellen Einsicht, dass es wirklich nicht hilft.

Und wie ging die Therapie weiter?
Sie versuchten es nun mit einer Plasmapherese. Über mehrere Sitzungen hinweg wurde mein Plasma ausgetauscht und diese Blutreinigung begann zu helfen. Die Halbseitenlähmung ging langsam zurück und ich konnte meinen Körper wieder Schritt für Schritt bewegen. Mit Physiotherapie und Ergotherapie habe ich es geschafft und wurde nach sechs Wochen entlassen. Die Ärzte sprachen plötzlich ganz deutlich aus, worüber sie vorher geschwiegen hatten: „Sie haben MS!“

Und was haben sie dir diesmal bei der Diagnose MS empfohlen?
Sie sagten zu mir: „Sie haben Ihre Krankheit in der Hand. Wenn Sie bestimmte Regeln einhalten, dann bleibt die MS bei etwa 30 Prozent Intensität, wenn nicht, dann landen Sie mit 30 sicher im Rollstuhl.“ Der Schock saß ziemlich tief. Sie gaben mir eine Liste, mit Dingen, die ich unterlassen sollte. Kurz: alles, was für mich die Lust am Leben ausmachte. Ich sollte plötzlich Plätze mit vielen Menschen meiden, ich sollte nicht mehr abends tanzen gehen und ich tanze doch so wahnsinnig gern. Nicht mehr in Lokale, nicht mehr in die Sonne. Wenn es Probleme mit dem Partner gibt, den Partner verlassen, wenn der Job nicht passt, den Job wechseln. Alles das, was negativ ist,  sollte ich aus dem Leben streichen. Ich wusste gar nicht, wie mir geschah.

Welche Therapie haben dir die Ärzte neben der Listenoch verordnet?
Weil sie gemerkt haben, dass Cortison bei mir keine Erfolge brachte, wurden mir zusätzlich noch über zwei Jahre alle drei Monate eine Chemotherapie verabreicht. Dadurch sollte mein Immunsystem außer Gefecht gesetzt werden, denn bei MS greift das Immunsystem den Körper an. Das schwächte mich zusätzlich. In dieser Zeit war ich schwerst depressiv und dachte, mein Leben sei jetzt vorbei.

Wie bist du mit diesen Einschränkungen und Empfehlungen umgegangen?
Damals war ich extrem auf der Welle, dass die Schulmedizin alles ist. Ich konnte glücklicherweise  weniger Stunden arbeiten. Aber meine Tage bestanden nur noch aus arbeiten und nach Hause gehen. Arbeiten und nach Hause gehen. Mein Leben war total eingeschränkt. Das war kein Leben.

Wie kam der Sinneswandel und wie bist du auf deinen Heilungsweg gestoßen?
Ich habe irgendwann beschlossen, nicht mehr im Büro zu arbeiten. Ich wollte etwas mit Menschen machen. Menschen helfen. Deshalb bewarb ich mich um eine Ausbildung zur Diplom-Sozialarbeiterin. Ich wurde dort aber nicht genommen. Glück im Unglück, denn so fand ich die Ausbildung zum Wellness- Entspannungstrainer und konnte damit beginnen.

Ich belegte das Fach „Mentaltraining“ und entdeckte diese Disziplin für mich. In den Sessions bearbeitete meine Mentaltrainerin mit uns unsere ganz persönlichen Themen. Ich hatte natürlich gleich ein schweres Thema, meine MS. Die Trainerin war diejenige, die mich auf die mögliche Ursache meiner MS stupste. Sie hat das Ganze nicht aus medizinischer Perspektive betrachtet, sondern hat auch die seelischen Aspekte, die mit meiner Krankheit zusammenhängen könnten, ins Zentrum gerückt.

Deine Mentaltrainerin hat dich auf einen neuen Heilungsansatz gebracht. Welcher war das?
Sie hat mich darauf gebracht, dass der Grund für meine Krankheit in der Vergangenheit zu finden ist. Das war für mich ein entscheidender Moment, denn: Ich hatte eine schwierige Kindheit. Sie hat mir erklärt, dass die MS als Krankheit zu mir gekommen ist, weil ich nicht mehr konnte. Ich bin deswegen ausgestiegen und plötzlich sollten einmal alle auf mich schauen. Sie hat gemeinsam mit mir nach der Ursache gesucht. Sie gab mir verschiedenste Tipps, unter anderem einen neuen Glaubenssatz:  

ICH LIEBE MICH BEDINGUNGSLOS (Wenn du dich selbst bedingungslos liebst, dann kann dich keiner mehr verletzen)

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Wie hat dein neuer Glaubenssatz dein Leben beeinflusst?
In den kommenden Wochen habe ich mich mit dem neuen Wissen auseinandergesetzt. Ich habe angefangen, Krankheiten anders zu sehen. Im Nachhinein weiß ich, dass ich mich durch diese Lehrerin sehr verändert habe. Und das in einer halben Stunde! Meinen Glaubenssatz habe ich überall in meiner Wohnung aufgehängt. Sie hat bei mir einen Schalter umgelegt. Mir geht es heute gut. Ich habe keine Schübe mehr und bin gesund.

Wie lange hat es gedauert, bis es dir besser geworden ist?
Ich habe Chemotherapie bekommen und diese hat meine Schübe unterdrückt. Geistig bemerkte ich aber, dass es mir vor allem durch die neue Sichtweise auf mich und mein Leben stetig besser ging. Ich habe mir erlaubt, wieder in die Sonne oder ins Solarium zu gehen, ich bin wieder weggegangen – ohne Angst. Ich habe mein Leben wieder angefangen zu genießen. Ich habe gelernt, NEIN sagen zu können auf mich zu achten. Das hat aber gedauert – mein Selbstbewusstsein ist langsam stärker geworden. Durch meine Krankheit habe ich mich verändert – im positiven Sinne.

Gab es noch eine Nachuntersuchung?
Ich habe nie wieder ein MRT machen lassen. Ich bin dann nur noch meinem Bauchgefühl gefolgt. Meine Entzündungswerte habe ich im Rahmen eines Bluttest kontrollieren lassen. Und es gab keine Auffälligkeiten mehr. Es wies nichts mehr auf erhöhte Entzündungswerte hin.

Neben deinen Glaubenssätzen  – was hat noch zu deiner Heilung beigetragen?
Ich habe viele Bücher verschlungen, vor allem Bücher von Louise Hay, Tepperwein und Rüdiger Dahlke.

Wie hat dich deine Ausbildung zur Trainerin, deine neue Berufung und dein Heilungsweg verändert?
Ich bin nach der Ausbildung zur Wellness-Trainerin auch noch Pilates-Trainerin geworden.

Und hatte immer stärker das Bedürfnis, Menschen zu helfen. Ich habe den Menschen aber nie gezeigt, wie ich mich selbst geheilt habe. Wie es mir ging und wie mir Mentaltraining und Kinesiologie geholfen hat. Ich möchte, dass die Menschen, mit denen ich zu tun habe und die einen ähnlichen Weg gehen (müssen), den Mut nicht verlieren. Und ich möchte sie wissen lassen, dass es noch weitere Alternativen zur Schulmedizin gibt.

 

Xundbleiben Jasmin Jost

Hat mit Xundbleiben ihre Berufung gefunden: Jasmin Jost

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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