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Sie verwandelt Verbote in Liebesbotschaften: die Künstlerin Barbara

Ob Schilder, Plakate oder Infotafeln: Die Künstlerin Barbara verwandelt jedes Verbot in eine Liebesbotschaft. Seit diesem Jahr gibt es ihr Fotobuch: Dieser Befehlston verletzt meine Gefühle zu kaufen. Ich habe Barbara für euch interviewt. Anonym – versteht sich.

Barbara, bei welchem Schild kam Ihnen zum ersten Mal die Idee, die Buchstaben tanzen zu lassen und den Sinn der Schilder zu verändern?

Ich glaube das war ein „Eltern haften für ihre Kinder“- Schild und ich hab „Eltern lieben ihre Kinder“ draus gemacht.

In Deutschland gibt es für fast alle Lebensbereiche Regeln. Welche der unzähligen Verbote nehmen Sie ausnahmsweise ernst?

Ich nehme Regeln grundsätzlich ernst, aber ich hinterfrage sie. Und wenn es eine Regel gibt, die ich für mich nicht akzeptieren kann, dann erlaube ich mir gegen diese Regel zu verstoßen, solange ich damit niemandem Schaden zufüge.

 

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Sie verwandelt Verbote in in Schilder mit Liebesbotschaften: Die Künstlerin Barbara

 

Welcher Reiz verbirgt sich für Sie hinter dem Verbotenen?

Nicht das Verbot an sich ist reizvoll, sondern die Möglichkeit, damit zu spielen.

Mit Ihrer Kunst verändern Sie den Sinn von Werbeplakaten, Schildern, Zeichen und geben über den öffentlichen Dialog Denkanstöße. Angenommen Sie würden im Straßenbauamt arbeiten, welche Art von Schildern würden Sie selbst unbedingt einführen und öfters aufstellen?

Ich möchte den Damen und Herren vom Straßenbauamt nicht ins Handwerk pfuschen und keine Empfehlungen geben, ganz im Gegenteil, ich arbeite mit denen Hand in Hand. Die verteilen liebevoll ihre Schilder in den Städten und ich wertschätze sie mit meinen kleinen Spielereien.

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Jedes Schild der Künslterin Barbara zeigt eine andere Liebesbotschaft

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Danke, Barbara!

 

Wie gehen Sie vor, wenn Sie Schilder „verschönern“?

Am Anfang ist da immer eine Idee, dann wäge ich ab ob mein Eingriff in irgendeiner Weise eine Gefährdung für Passanten darstellen könnte. Wenn alles passt, setze ich meine Idee um. Dazu brauche ich mein Laptop, einen Drucker, Papier, Schere und ein paar geheime Zauberzutaten, die ich nicht verraten kann.

Wie lange bleibt die Kunst in der Regel erhalten?

Manchmal nur wenige Minuten oder Stunden, manchmal auch einige Tage oder Wochen. Je nach Ort und Witterung.

 

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Die Künstlerin Barbara zeigt mit ihren Schildern: Liebe geht eben vor!

 

An welchem Ort begann diese kunstvolle Revolution?

In meinem Kopf und in meinem Herz.

In welchen Städten (Vierteln) kann man bisher Ihre Kunst bewundern?

Hauptsächlich bin ich in Berlin, dort überwiegend in Friedrichshain und Kreuzberg und sonst in der Rhein-Neckar-Region aktiv. Aber ich hinterlasse meine Botschaften überall wo ich bin. Und ich bin gerne und viel unterwegs.

 

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Welche Stadt wäre das nächste Ziel?

Wien. Ich muss dringend nach Österreich.

Auch München braucht Künstler wie Sie. Steht diese Stadt auch auf Ihrer Liste?

Eine Stadt, die Meister Eder und den Pumuckl hervorgebracht hat, müsste doch wunschlos glücklich sein. München war der Sehnsuchtsort meiner Kindheitsträume. Wegen Pumuckl, ich habe ihn geliebt. Ich liebe ihn immer noch. Und Meister Eder sowieso.

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Cover des Fotobuches: Dieser Befehlston verletzt meine Gefühle – Ich (k)lebe, also bin ich

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Erhältlich für 12,99 Euro im Olineshop des LübbeVerlages

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